Beiträge der Allianz

An dieser Stelle finden Sie Beiträge der Allianz zu verschiedenen auf Schrift und Schrifterwerb bezogenen Themen. Es sind folgende Beiträge (wird ergänzt):

 

  • Kinder brauchen Handschrift (Ute Andresen; Beiträge in der taz)

  • Lupe auf die Vereinfachte Ausgangsschrift (Maria-Anna Schulze-Brüning)
  • Handschreiben - Rechtschreiben - Textschreiben. Psychologie ihrer gegenseitigen Abhängigkeit (Werner Kuhmann)

 

Kinder brauchen Handschrift

 

Schon früh (2010/2011) hat Ute Andresen auf der Bildungsseite der taz in mehreren großen Artikeln relevante Aspekte des Handschrifterwerbs erörtert. Das geschah in der Absicht, dem Unwissen und den Fehlinfotrmationen, die im Zusammenhang mit der Grundschriftinitiative des GSV offenbar wurden, mit solider Aufklärung zu begegnen.

 

Später wurden diese Artikel in "OBST 85" von den Herausgebern einer Namensverwandten zugeschrieben: Helga Andresen; die hat sich aber vor allem mit anderen Themen des Schriftspracherwerbs befasst.

 

Die taz-Beiträge von Ute Andresen haben den Zusammenschluss unserer Allianz ausgelöst. Sie sind nach wie vor grundlegend für die Debatte um den Schrifterwerb.

 

1. Zurück zur guten Handschrift (28.09.2010): zum Artikel

2. Lasst sie vor der Schule schreiben lernen (06.10.2010): zum Artikel

3. Künstlich erzeugter Schriftwirrwar (09.02.2011): zum Artikel

4. Gutachter, Lobbyisten und Autoren in einem (16.02.2011): zum Artikel

5. Keine pädagogischen Interessen (06.04.2011): zum Artikel

Lupe auf die Vereinfachte Ausgangsschrift

 

Die Vereinfachte Ausgangsschrift ist mit der Lateinischen Ausgangsschrift und der Schulausgangsschrift kaum vergleichbar, da sie ganz anders konstruiert ist. Sie ist eine modulare Schrift: Die Buchstaben sollen wie bei der Druckschrift oder ihrer Variante "Grundschrift" als Einzelelemente bestehen bleiben, aber durch den immer gleichen Endstrich an jedem Buchstaben gekoppelt werden. Die Druckschrift erhält so ein "Schreibschrift-Outfit", obwohl die Einzelbuchstaben sich nur an einem Punkt berühren und nicht fließend verbunden werden.

Vereinfachte Ausgangsschrift eines Fünftklässlers

Die Kopplung der VA-Module erfordert ein hohes Maß an Exaktheit, das übrigens viele Kinder schon zu Beginn überfordert.

Solange die VA langsam und sehr exakt geschrieben wird, sieht sie aus wie eine durchaus gefällige Schreibschift. Wird sie aber beschleunigt, wie dies spätestens in der weiterführenden Schule erforderlich ist, bricht die Schrift oft wieder auseinander oder engleist an den labilen und teiweise problematischen Kopplungspunkten. Wie dies im Einzelnen geschieht, wird im Folgenden erläutert:

Handschreiben - Rechtschreiben - Textschreiben. Psychologie ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Ein Beitrag von Dr. Werner Kuhmann, der als Vortrag im Rahmen der Tagung "Hauptsache Handschreiben" am 20.04.2013 gehalten wurde. Die Tagung wurde von  der Allianz für die Handschrift gemeinsam mit der Akademie des BLLV ausgerichtet. Sie richtete sich besonders an Lehrerinnen und Lehrer, die mit der Schreibausbildung in der Grundschule befasst sind, aber auch an weitere Interessierte..

 

Der Vortrag befasst sich mit den der grundlegenden Bedeutung des Handschreibens und des Rechtschreibens als Basiskompetenzen beim Zugang zur Schriftlichkeit einerseits, sowie der Rolle des Übens in diesem Entwicklungsprozess andererseits. Es wird dargestellt, dass Handschreiben im Vergleich zum Schreiben auf einer Tastatur („technisches Schreiben“) zu einer aktiveren Aneignung der Buchstaben als den Grundelementen der Schrift und auch zu einer besseren Beherrschung des „Spelling“, der Konstruktion der Zeichenfolge beim Schreiben bzw. der  Lautfolge beim Sprechen, führt.

Eine sichere Beherrschung des Spelling – insbesondere im Sinne des Rechtschreibens – ist die Grundlage für sicheres und schnelles Schreiben und eine höhere Qualität der erzeugten Texte. Sicheres und schnelles (Recht)Schreiben mit der Hand entlastet Schreibende von der Überwachung des Schreibakts selbst, so dass mehr kognitive Kapazitäten für die Konstruktion des Textes genutzt werden können. Wichtige Hindernisse auf dem Weg zum geübten Schreiben sind die inneren Barrieren „mangelnde Zuversicht, mangelndes Können und mangelndes Wissen“. Diese können überwunden werden, wenn die Lehrerin in der Grundschule ausreichend Zeit zum Üben reserviert, selbst ein Vorbild ist, die Kinder motiviert, sie anleitet und ihnen geeignetes Feedback für ihre Schreibprodukte gibt. Kinder werden so im Laufe der Zeit von Anfängern zu Experten im Handschreiben, Rechtschreiben und Textschreiben.

Vortragstext:
BLLV_Vortrag_V5_Text_ Kuhmann.pdf
PDF-Dokument [75.6 KB]
Vortragsabbildungen (Folien)
BLLV_Vortrag_V5_Kuhmann.pdf
PDF-Dokument [2.9 MB]

A K T U E L L:

Der Wert der Handschrift als Thema des Interviews mit U. Andresen (WDR 3 am 20.11.2017). Siehe Seite "Aktuelles"

 

Schulze Brüning/Clauss: Wer nicht schreibt, bleibt dumm. Hinweis und Rezension auf der Seite "Aktuelles". Dort finden Sie auch den Link zum Interview von FOCUS online mit M-A Schulze Brüning

 

Letzte Änderungen:

SAS 2014: Buchstabentafel auf Seite "Unterricht - Schrifterwerb" hinzugefügt.

Seite "Schriftgeschichten" (Videos) eingefügt (24.04.16)

Seite 'Unterricht' eingefügt (10.11.15)

Z I T A T E

Denn wie das Wort und die Musik ist die Schrift der Atem der Seele.

Helene von Nostitz

Der iPhone-Wahnsinn, das ständige Googeln beunruhigen mich, genau wie die Tatsache, dass die Schreibschrift ausstirbt. Ich trage meine Termine handschriftlich in meinen Kalender ein. Für mich wäre es ein Trennungsgrund, wenn mein Freund behaupten würde, dass es keinen Unterschied macht, ob man ein digitales oder auf Papier gedrucktes Buch liest.

Trixi Haberland

So schwer auch dem Anfänger das Erlernen der Schreibtechnik, d. h. des Aufbaus eines besonderen motorischen, des schreibmotorischen Systems, fallen mag - selbst wenn er diese Technik beherrscht, bleibt der Übergang von der mündlichen zur schriftlichen Mitteilungsform für viele ein bis in das Erwachsenenalter kompliziertes Problem. Dies gilt für alle Formen des Schreibens, jedoch vornehmlich, ... für die Aufgabe, seine eigenen Gedanken - statt sie auszusprechen - zu Papier zu bringen.

Egon Weigl

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